Zu Saisonbeginn standen nur kurze Rennen auf dem Programm. Ich wollte mich jedoch früh an die lange Distanz für den Ötztaler Radmarathon gewöhnen. So erschien mir der Mondsee 5 Seen Radmarathon mit 200km und 2.000hm als perfekten Einstieg dafür.

Natürlich ist die Gegend sehr schön.
Aus dem 30 Grad warmen Bregenz reisten wir in Mondsee an. Beim Aussteigen begrüßten uns 18 Grad. „Hallo, was soll denn das ? Bewölkt ? Kacke, ich schau mal schnell in den Wetterbericht. – Oh, nein. Für Sonntag ist Regen angesagt.“

„Egal. Wir bereiteten alles vor, wird schon nicht so schlimm werden. Ansonsten starte ich einfach nicht.“

Die Vorbereitungen liefen optimal. Wir waren zum Abendessen bei Stefan Probst (CEO, Airstreeem) eingeladen. Trotzdem schafften wir es früh ins Bett.

Dann kam der Renntag – Sonntag.
Aufstehen um 4:00 Uhr, da um 6:00 Uhr Start war.
Leider regnete es, wie aus Eimern. „Gibt´s doch nicht“, dachte ich.
Ich machte mich fertig und dachte mir: „Komm, ab zum Start. Es wird schon nicht so schlimm werden 5 Schichten Kleidung werden dir helfen. Bein Ötztaler wird es auch keine 25 Grad haben. Also los, probiere es einfach.“

Auf dem Weg zum Start wäre ich beinahe erfroren, es regnete wie aus Eimern und es war richtig kalt.

Da stand ich nun im Startblock und dachte: „Ach du Kacke. Ich fahr bis zum ersten Verpflegungspunkt, da steig ich dann aus.“ Startschuss – Wir bretterten los. Unter Tempo ging es eigentlich die Kälte verschwand langsam. Ab zum ersten Berg, da war Carmen und ich dachte: „Geht schon, fahr weiter, du kannst immer noch am zweiten Verpflegungspunkt aussteigen.“

Meine Mitstreiter schienen recht stark zu sein.
Damit hatte ich nicht gerechnet. Am Berg fuhr ich mein Tempo und nur einer konnte mitfahren – Hans Hoger.

Gemeinsam fuhren wir über den Berg. In der Abfahrt hatten wir dann mit Nebel und starkem Regen zu kämpfen. Es wurde kalt, richtig kalt. Der Spaß war vorbei.

Es waren noch 120km bis ins Ziel. Hans zog im Flachen nach dem Berg voll am Horn. Ich machte mit, halbherzig, da ich wusste, dass es keinen Sinn ergibt. Noch ist es zu weit.

10km sinnlosen Agierens später, stellt uns eine Gruppe.
War vorauszusehen, oder ? Für mich war das super, ich konnte mich erholen und mich in der Gruppe verstecken. Alle 5 Minuten attackierte einer, ich sah zu das ich nicht abgehängt wurde. Plötzlich hörte es auf zu regnen – Yippi – die Sonne kam raus – Yippi.

Ich konnte die erste Jacke ausziehen. Dann auch die zweite Jacke und da war wieder Carmen. Alles zu ihr hinwerfen.

Auf trockener Straße ging es weiter. Die Jungs wurden langsam müde, die Attacken wurden weniger und plötzlich fuhr man zusammen, als Gruppe. Der Spaß kam langsam wieder.

Laut Höhenprofil sollten am Schluss 2 Berge kommen, 1 großer und 1 kleiner, dann die Abfahrt ins Ziel. – Scheiß Höhenprofil.

Am großen Berg (haha, eher Hügel) drückte ich voll auf´s Gas und ab da war ich alleine. Nach 2 Minuten alleine, gibt´s doch nicht. Da ich weder die Strecke kannte, noch Anhaltspunkte hatte, gab ich einfach Vollgas.

Bis zum Ziel war es ja nicht mehr weit (haha, jetzt kommt´s).
„Oben“ angekommen ging es in die kurze Abfahrt und ein kleiner Berg sollte ja noch kommen. Pustekuchen, insgesamt waren es dann 25km flach mit Gegenwind – voll Gegenwind. Ich hatte keine Information, wie weit ich vorne war. Also maximaler Schub mit 340 Watt im Flachen, dann 300-280 Watt noch 5km bis ins Ziel, zuletzt 260 Watt kurz vor Motorschaden.

„Kacke die holen mich ein“.
Mit letzter Kraft schaffte ich es als erster ins Ziel. Aus einem geplanten Training wurde ein Sieg. Welch eine Überraschung. Doch ich werde noch tagelang für diese Aktion bezahlen. Alles tut weh, die Stufen abwärts zu laufen ist fast unmöglich. Alter Schwede wie kann man nur so verrückt sein ? 

Vielen Dank.
Euer Mathias  Nothegger

P.S. Der Wahnsinn ist nur eine schmale Brücke



Zusammengefasst:
Mondsee 5 Seen Radmarathon 2018 gewonnen –  200km und 3.000 hm

Strecke:
Thalgau – Hof – Fuschlsee – Fuschl am See – St. Gilgen – Wolfgangsees – Strobl – Postalm – Abtenau – Pass Gschütt (Rußbach bis Gosau) – Hallstättersee –
Bad Ischl – Attersee – Weißenkirchen im Attergau – Lichtenberg – Mondsee

Zielinterview

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